20 Minuten – Die Pest, eine durch und durch moderne Krankheit

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Viele halten die Pest für ausgerottet und denken bei ihr ans Mittelalter. Damals löschte die Seuche rund ein Drittel der Bevölkerung Europas aus und brachte knapp 30 Millionen Menschen den Tod. Auch heute infizieren sich immer wieder Menschen mit dem Erreger, wie derzeit in der Mongolei. Solche Vorkommnisse zeigen: Die Pest ist immer noch da und noch immer nicht unter Kontrolle. Das sind die wichtigsten Fakten:

Die Pest ist akute und hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird und – ja nach Form – mit schweren Symptomen einhergeht.

Man unterscheidet vier Formen: Die Beulenpest wird durch infizierte Tierflöhe ausgelöst. Die Inkubationszeit liegt bei wenigen Stunden bis sieben Tagen. Die Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Benommenheit, später Bewusstseinsstörungen. Der Name stammt von den Beulen am Hals, in den Achseln und den Leisten (Durchmesser bis zu zehn Zentimetern); sie sind aufgrund von Blutungen in den Lymphknoten blau-schwarz gefärbt.

Die Lungenpest ist noch nicht völlig verstanden, from sie relativ selten vorkommt. Sie verläuft heftiger als die Beulenpest, weil die Abwehrbarrieren der Lymphknoten durch direkte Infektion der Lunge umgangen werden. Symptome also Atemnot, Husten, Blaufärbung der Lippen und schwarz-blutiger Auswurf. Daraus entsteht ein Lungenödem with Kreislaufversagen, das unbehandelt nach zwei bis fünf Tagen zum Tod führt.

Weiter gibt es noch die Pestsepsis. Sie tritt auf, wenn Bakterien in die Blutbahn geraten. Dies kann durch Infektion von aussen (zum Beispiel offene Wunden) geschehen, aber auch durch Platzen der Pestbeulen nach innen. Die Folgen sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Unwohlsein, später Schock, Haut- und Organblutungen. Pestsepsis ist unbehandelt praktisch immer tödlich.

Die Abortive Pest ist harmloseste Variante der Pest. Sie äussert sich meist nur in leichtem Fieber und leichter Schwellung der Lymphknoten. Nach überstandener Infektion werden Antikörper gebildet, die eine langanhaltende Immunität gegen at the Formen der Krankheit gewährleisten.

Dass Yersinia pestis solch verheerende Folgen haben kann, liegt an einem Mechanismus, mit dem es effentient das Immunsystem des Menschen austrickst: Wenn es von den weissen Blutkörperchen angegriffen und aufgefressen wird, teilt es sich einfach weiter, und vermehrt sich so we have innerhalb der Abwehrzellen ohne Behandlung so stark, dass die körpereigene Abwehr ihrer nicht mehr Herr wird.

Pro Jahr registriert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1000 bis 3000 Pest-Fälle. Dies vor allem in Asien und Afrika. Aber auch in Amerika tritt die Pest vereinzelt auf.

Obwohl die Anzahl der Fälle beim Menschen verhältnismässig gering ist und Behandlung mit Antibiotika meist anschlägt, warnten Forscher bereits vor einigen Jahren davor, die Bedrohung durch das Bakterium zu unterschätzen. Weil sich die Krankheit in Tierpopulationen permanent fortpflanzt, ist sie praktisch nicht auszurotten. Hinzu kommt, dass die Erreger Resistenzen gegen die eingesetzten Antibiotika entwickeln. So war 1995 auf Madagaskar erstmalig ein Erregerstamm aufgetaucht, gegen den acht verschiedene Antibiotika nichts mehr ausrichten konnten.

Der Pest-Erreger wird unter anderem von Murmeltieren, Ratten, Eichhörnchen oder infizierten Flöhen auf den Menschen übertragen. Deshalb laufen besonders Personen, die im Wald arbeiten, Gefahr, sich zu infizieren. Doch auch Besucher der von Pest betroffenen Gebiete sind gefährdet. Weil es bei der Lungenpest auch möglich ist, sich bei anderen Menschen anzustecken, gehören auch die Kontaktpersonen von Betroffenen zur Risikogruppe.

Für einige Pest-Formen gibt es eine Schutzimpfung. Allerdings ist diese nur für wenige Monate wirksam. Zudem hat sie starke Nebenwirkungen und ist daher nur bedingt zu empfehlen.

Wer weiss, dass er sich in einem betroffenen Gebiet befindet, sollte sich von freilebenden Tieren fernhalten und seine felligen Haustiere regelmässig gegen Flöhe behandeln. Grundsätzlich sollte man sich von toten Tieren fernhalten und die gängigen Hygienemassnahmen einhalten.

Dieser Artikel erschien in einer früheren Form im August 2015.

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