Abitur in Deutschland: Schüler sind “erheblich schlechter” als in Vorjahren

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Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat massive Wissenslücken bei Abiturienten beklagt. “Es gibt gravierende Mängel, was die Studierfähigkeit zahlreicher Abiturienten angeht”, sagte Peter-André Alt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. “Wir leben in der Fiktion, dass mit dem Abitur die Voraussetzungen für das Studium erfüllt sind.”

Häufig stimme das nicht, das gelte besonders für die Fächer mit Mathematik als Grundlage, sagte Alt. “Die Studienanfänger erfüllen die Voraussetzungen deutlich schlechter als früher.”

Im Mai hatten sich bundesweit Zehntausende Abiturienten über die diesjährigen Matheprüfungen beschwert. Sie seien zu schwer gewesen. Einige Bundesländer zogen daraufhin Konsequenzen: In Hamburg etwa darf ein Teil der Schüler eine zusätzliche mündliche Prüfung in Mathematik ablegen. Im Saarland sollte eine leicht “mildere” Bewertungstabelle dafür sorgen, dass Arbeiten anders gewertet werden.

In Sachen Textverständnis und Schreibfähigkeiten gebe es ebenfalls kritische Rückmeldungen aus den Hochschulen, sagte HRK-Präsident Alt, der selbst Literaturwissenschaftler ist. Die HRK vertritt 268 staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen. In seinem Fach werde es immer schwieriger, Studenten in Seminaren zum Lesen zu bringen, so Alt. “Da hat es offenbar eine erhebliche Verschlechterung innerhalb der letzten fünf Jahre gegeben.”

Als eine Ursache bezeichnete er die veränderten Lesegewohnheiten in Zeiten der Digitalisierung. Alt plädierte dafür, dass Eltern und Schule darauf bestehen, das Handy auch einmal für längere Zeit auszuschalten.

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