Droht der Bundesliga eine Entwertung?

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Die vorgesehene Reform der Europapokalwettbewerbe sorgt in der Fußball-Bundesliga für Diskussionsstoff. An diesem Mittwoch werden sich in Offenbach nach der turnusgemäßen Ligaversammlung noch einmal die Vereine zusammensetzen, die Mitglieder in der europäischen Klubvereinigung ECA sind (derzeit 13). Es geht dann vor allem darum, ob eine gemeinsame Strategie gegen umstrittene Pläne des europäischen Verbandes Uefa und der ECA entwickelt werden kann. Zu hören ist auch davon, dass sich die beiden deutschen Branchenführer vom FC Bayern und von Borussia Dortmund klar dazu bekennen sollen, dass eine Zustimmung zur Reform unter den bisher öffentlich gewordenen Bedingungen für die anderen nicht möglich sei. Befürchtet wird eine Entwertung der Bundesliga.

Michael Ashelm

Die meisten an der ECA beteiligten Bundesligavereine wollten auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben. Neu dürfte die Debatte aber für sie nicht sein, sind sie doch seit Monaten in der Klubvereinigung an der Abstimmung beteiligt. Der BVB ließ wissen, dass die Bundesliga für Borussia Dortmund immer die höchste Priorität haben werde. Auch der FC Bayern sagt, er stehe fest zum Heimatmarkt. Dessen Direktor Recht, Michael Gerlinger, zugleich Vorstandsmitglied in der ECA, merkte zudem an, dass innerhalb der Klubvereinigung das Interesse gerade von größeren Vereinen aus kleineren Fußballmärkten für mehr internationale Topspiele und eine höhere Stabilität bestehe.

Höhere und sichere Erlöse

„Das heißt, sie wollen regelmäßig an Wettbewerben wie der Champions League teilnehmen können und dadurch eine bessere finanzielle Planbarkeit erreichen.“ Es handelt sich um Klubs wie Ajax Amsterdam, Benfica Lissabon, Legia Warschau oder den FC Kopenhagen. Aber auch die Investoren italienischer Vereine wie der AC Mailand (Hedgefonds Elliott), verlangen nach höheren und sicheren Erlösen.

Bisher publik geworden sind Ideen, dass von der Saison 2024/25 an im Europapokal ein Pyramidensystem mit drei Ligen sowie Auf- und Abstieg umgesetzt werden könnte. In der höchsten, der Champions League, würden die 24 besten der 32 Mannschaften für die Folgesaison ihren Platz behalten können. Vier Klubs stiegen aus der Europa League 1 (32 Klubs) auf, und nur vier kämen als Qualifikanten aus nationalen Ligen (wahrscheinlich aus den vier aktuell stärksten Ligen). In einer Europa League 2 spielten 64 Teams in vier regionalen Zonen. Kleinere Vereine erhoffen sich hieraus etwas mehr Einnahmen, aber vor allem einen Qualitätsschub. So gibt es im Klubfußball unterschiedlichste Interessenlagen, die auf Entscheidungen einwirken. Für Real Madrid ist weiterhin die spanische Liga aufgrund der hohen Einnahmen wichtig – und dass die englischen Premier-League-Vereine finanziell nicht enteilen.

Statt acht Vierergruppen gäbe es in der Champions League vier Achtergruppen, womit für jeden Teilnehmer 14 statt sechs Vorrundenspiele garantiert wären. Dass sich danach jede Spielzeit nur noch wenige Vereine zu Hause für die internationalen Wettbewerbe qualifizieren müssten, sorgt in Ligen wie der Bundesliga für Unruhe, weil es zu einem Spannungsverlust in der Meisterschaft führen könnte. Aus Uefa-Kreisen ist zu hören, dass nach einer solchen Reform statt der bisher 3,2 Milliarden Euro vielleicht vier Milliarden oder mehr an Vermarktungseinnahmen in den internationalen Wettbewerben eingespielt werden könnten. Die Pläne sind nicht abgeschlossen.

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