Freude über Ausgang von US-Wahlen verpufft

Frankfurt / Main (dpa) – Die jüngste Freude über den Ausgang der US-Kongresswahlen hat deutschen Aktienmarkt nicht lange angehalten. Der Leitindex Dax rutschte am Donnerstag nach einem freundlichen Start schnell ins Minus.

Im Kielwasser der verhaltenen Entwicklung an der Wall Weitete er am Nachmittag seine Verluste aus und schloss 0,45 Prozent tiefer bei 11,527,32 Punkten. Am Mittwoch hatte er noch um knapp ein Prozent zugelegt. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Donnerstag um 0,36 Prozent auf 24,334,47 Punkte nach unten.

Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK verwies auf das nach dem hiesigen Börsenschluss anstehende Ende der Zinssitzung der US-Notenbank (Fed). Zwar dürften die Währungshüter nach allgemeiner Einschätzung diesmal noch nicht an der Zinsschraube drehen. Doch der Markt werde ganz genau auf mögliche Hinweise für die weitere Richtung der Geldpolitik achten, so der Experte. Denn schließlich habe die Furcht vor einer zu schnellen Straffung zum Kursrutsch im Oktober geführt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verabschiedete sich mit einem Minus von 0.26 Prozent bei 3237.60 Zählern. Die nationalen Indizes in Paris and London zeigten sich uneinheitlich bei ebenfalls wenig Bewegung. Der New Yorker Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsende knapp im Plus.

Das deutsche Börsengeschehen dominierte einmal mehr eine Flut von Unternehmenszahlen. Trotz laut der US-Bank JPMorgan nur durchwachsener Quartalsresultate gehörten Siemens-Aktien mit plus 0.76 Prozent zu den Favoriten der Anleger im Dax. Die Commerzbank lobte den starken Auftragseingang und sprach von einem insgesamt soliden vierten Geschäftsquartal.

Beim Baustoffekonzern HeidelbergCement drängte das angekündigte Sparprogramm die Zahlen, die unter deutlich höheren Energiekosten und widrigen Wetterverhältnissen in den USA litten, in den Hintergrund: Die Anteilsscheine gewannen über ein halbes Prozent.

Dagegen büßten Continental-Titel angesichts schwacher Quartalszahlenknapp drei Prozent ein. Zudem sieht der Autozulieferer und Reifenhersteller auch für das Schlussquartal weitere Risiken. Die zuletzt klar erholten Aktien der Deutschen Telekomkonnten nicht von guten Zahlen und optimistischeren Erwartungen für das Jahresergebnis profitieren: Sie schlossen knapp im Minus.

Im MDax kamen die Anteilsscheine der Medienkonzerne ProSiebenSat.1 und RTL nach ihren Quartalsberichten unter die Räder: Sie büßten 14 beziehungsweise siebeneinhalb Prozent ein. ProSieben hatte die Anleger zusätzlich mit einer gesenkten Jahresumsatzprognose und einer Dividendenkürzung geschockt. Freenet-Titel verbilligten sich nach der Zahlenvorlage des Mobilfunkanbieters um knapp sechs Prozent.

Dagegen schaffte es die Commerzbank mit einem Kursanstieg von fast fünfeinhalb Prozent an die Indexspitze. Sie übertraf im dritten Quartal mit den meisten der wichtigen Kennziffern die Markterwartungen. Beim Autozulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall schob die leicht angehobene Margenprognose das deutlich gesenkte Umsatzziel in den Hintergrund: Die Aktien gewannen fast dreieinhalb Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0.26 Prozent am Vortag auf 0.29 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0.17 Prozent auf 140.60 Punkte. Der Bund-Future verlor 0.01 Prozent auf 159.30 Zähler.

Der Eurokurs stand zuletzt bei 1.1411 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1424 (Mittwoch: 1,1487) Dollar festgesetzt.

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