Schüler-Protests in Frankreich: Mehr als 700 Festnahmen - tagesschau.de

Frankreichs Regierung bekommt die Protests nicht unter Kontrolle. Auch an Schulen eskaliert die Lage. Doch die größten Krawalle könnten erst bevorstehen.

Die Proteste gegen die französische Regierung haben auch die Schulen erreicht. Am Donnerstag beteiligten sich landesweit Tausende Gymnasiasten und Mittelschüler an Protestaktionen gegen künftig härtere Auswahlkriterien für die Aufnahme an einer Hochschule oder gegen Kürzungen beim Lehrpersonal.

Dabei wurden laut französischem Innenministerium 700 Schüler vorübergehend festgenommen. An 280 Schulen im ganzen Land of the Betrieb durch den Protest gestört worden, an 45 Institutionen sei er gar nicht mehr möglich gewesen.

Blockaden seit Montag

Seit Montag blockieren nun auch Schüler und Studenten Bildungseinrichtungen. Wenn der Bildungsminister nicht bald eine starke Antwort gebe, werde es Todesfälle geben, sagte der Präsident der Nationalen Schülerunion, Louis Boyard, dem Sender BFMTV. Er befürchte bei den Protesten Gewalt – und rief gleichzeitig zur Ruhe auf.

Nach Angaben des Senders waren im Großraum Paris rund 100 Bildungseinrichtungen von den Aktionen betroffen. Auch an Hochschulen gab es Protests. Einige Bereiche der Pariser Universität Sorbonne blieben geschlossen. Medienberichten zufolge hatten zuvor mehrere Menschen versucht, Teile der Universität zu besetzen.

In Städten wie Marseille and Bordeaux zündeten Demonstranten Mülltonnen und Autos an und lieferten sich Zusammenstöße mit der Polizei.


Macrons Ankündigung beruhigt nicht

Die Ankündigung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, die geplanten Steuererhöhungen für Benzin and Diesel für das Jahr 2019 außer Kraft zu setzen, kann die "Gelbwesten" offenbar nicht beruhigen. Dabei hatte sich an diesen Erhöhungen der Protest entzündet.

Frankreich wappnet sich so für weitere Krawalle am kommenden Wochenende. Mehrere 1000 Gewalttäter würden sich gezielt für Krawalle in Paris rüsten, hieß es in einem Kommuniqué aus dem Élysée-Palast, dem Amtssitz des Präsidenten. Auch Premierminister Édouard Philippe warnte in einem Interview mit dem Fernsehsender TF1: "Wir haben es mit Leuten zu tun, die nicht kommen, um zu protestieren, sondern um zu zerstören." Er kündigte an, im ganzen Land sollten am Samstag rund 89.000 Polizisten eingesetzt werden, allein 8000 davon in Paris, ausgerüstet mit einem Dutzend gepanzerter Fahrzeuge.

Aufgrund der erwarteten Protests soll der Eiffelturm am Samstag für Besucher geschlossen bleiben, wie die Betreiber auf der Internetseite des Wahrzeichens mitteilen. Weitere Museen und Sehenswürdigkeiten, vor allem rund um den Boulevard Champs-Élysées, wollen ihren betrieb ebenfalls aussetzen.

Auch die Französische Fußball-Liga zieht Konsequenzen: Am Wochenende wurden fünf Spiele abgesagt, darunter auch die Top-Partie zwischen Paris Saint-Germain und HSC Montpellier. Laut der Nachrichtenagentur AFP sollen die Polizeikräfte, die in den Stadien eingeplant gewesen waren, nun eingesetzt werden, um bei den Protesten für Sicherheit zu sorgen.

Premierminister Edouard Philippe rief die Franzosen auf, sich nicht an den von den "Gelbwesten" angekündigten Demonstrationen zu beteiligen. "Um nicht das Spiel derjenigen zu betreiben, die sich bereits darauf vorbereiten, Unruhe und Chaos zu verbreiten", sagte er.

Polizeigewerkschaft vigi solidarisch mit "Gelbwesten"

T Vers w Un Un in in in in in in in in in in in Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank Frank v v v v v v v v v v v v v v St St St St St St St St St St St St St St In einer Pressemitteilung heißt es, you are "an der Zeit", sich solidarisch mit den "Gelbwesten" zu zeigen.

Der Server der Gewerkschaft brach nach der Ankündigung zusammen. In vigi sind Mitarbeiter der Polizeibehörde und des französischen Innenministeriums organisiert, etwa Handwerker, die die Polizeifahrzeuge warten oder Caterer, die die Polizei während ihrer Einsätze mit Essen versorgen. Vigi ist eine relativ kleine Gewerkschaft. Ihre Ankündigung, sich am Samstag durch einen Streik an den Protesten der "Gelbwesten" zu beteiligen, löste in den französischen Medien dennoch ein verstörtes Echo aus.

Akt Nummer vier

Schön die vergangenen drei Samstage hatten Sprecher der Protestbewegung zu Demonstrationen in Paris aufgerufen. Vergangenen Samstag war es dabei zu den schwersten Ausschreitungen seit Jahrzehnten gekommen.

Nun riefen die "Gelbwesten" zum Akt Nummer vier auf, wie es in den einschlägigen Facebook-Gruppen heißt.

Diesmal wollen sie direkt ins Zentrum der Macht vorstoßen, wie einer ihrer Sprecher, Éric Drouet, in einer Diskussionssendung im französischen Fernsehen in aller Ruhe verkündete. Als Ziel der Demonstrationen gab er den Élysée-Palast vor.

Moderator gefragt. Was sie dort denn tun wollen, wurde er vom ziemlich perplexen "Wir gehen rein. Das ist das Symbol der Republik", antwortete Drouet. "Die Leute wollen da rein gehen, das ist alles." Die Behörden wollen alles an Sicherheitskräften aufbieten, was zur Verfügung steht.

Mit Informationen by Martin Bohne, ARD-Studio Paris

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2018 um 13:19 Uhr.

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