Unitymedia-Deal droht gestoppt zu werden

Das Bundeskartellamt in Bonn will die Prüfung des wichtigsten Teils des geplanten 18.4 Milliarden Euro schweren Mega-Deal zwischen Vodafone und der Unitymedia-Mutter Liberty Global an sich ziehen. Die beiden Telekom- und Kabelnetzriesen hatten sich Mitte des Jahres auf einen Verkauf des Liberty-Europa-Geschäfts an Vodafone geeinigt und den Zusammenschluss zur Kartellprüfung eigentlich bei der Europäischen Kommission angemeldet.

Aufgrund der Umsatzhöhe der beiden Unternehmen ist Brüssel für die fusionsrechtliche Prüfung verantwortlich. Außerdem betrifft der Deal neben Unitymedia in Deutschland auch Unternehmen in Tschechien, Rumänien und Ungarn. Nationale Aufseher können jedoch beantragen, die sie betreffenden Teile eines Deals nach ihrem jeweiligen nationalen Wettbewerbsrecht zu prüfen, sofern ihre nationalen Märkte durch den Deal besonders betroffen wären. Genau dies ist jetzt geschehen: Die Bonner Wettbewerbshüter haben eine solche Teilverweisung des Fusionfalls Vodafone / Liberty von Brüssel nach Bonn beantragt.

Auf FINANCE-Anfrage argumentierte ein Sprecher des Bundeskartellamts, dass sich der deutsche Teil der Fusion in diesem Fall "gut abtrennen ließe". Die anderen Pakete des Deals werden, sofern die Kommission dem Bundeskartellamt zustimmt, vorerst weiterhin von der Kommission geprüft. Allerdings könnten auch die übrigen betroffenen Länder eine Teilverweisung beantragen.

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