Volleyball – Auf der Baustelle – Sport

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Die bayerischen Volleyball-Erstligisten rüsten um: Alle fünf Trainer bleiben im Amt – nur wissen sie noch nicht, wen genau sie eigentlich trainieren sollen. Ein Zwischenstand ihrer Kaderplanungen.

Männer: Eltmann

Der Zweitligameister/Süd wollte möglichst viele Spieler aus seiner Aufstiegsmannschaft halten, unterschrieben haben am Ende aber nur zwei: Zuspieler Merten Krüger und Libero Tobias Werner. Die erste Liga mit zehn Trainingseinheiten pro Woche und die zusätzlichen Übernachtungen an Auswärtsspieltagen war den überwiegend berufstätigen Spielern zu viel. Krüger steigt für die erste Liga auf eine Halbtagsstelle um. Im Prinzip sind die Kader-Planungen trotzdem abgeschlossen, mit Ausnahme von Mittelblocker Mathäus Jurkovics (aus Rottenburg) möchte Team-Manager Peter Knieling die Zugänge aber lieber nicht beim Namen nennen. “Wir haben elf feste Zusagen, davon sind aber erst drei unterschrieben”, sagt er. Wer die wechselvolle Bundesliga-Historie von Eltmann kennt, versteht das Zögern. Nicht erfüllte Zusagen von Sponsoren hatten vor zehn Jahren zum Abstieg und zu einem Insolvenzverfahren geführt, seither genießt man Zusagen ohne Unterschrift mit Vorsicht. Als relativ sicher darf aber der Wechsel von Außenannahmespieler Jonas Sagstetter von den Alpenvolleys gelten.

Herrsching

Ein bisschen weniger Show, dafür mehr Erfolg im Angriff verspricht sich Herrsching vom Abschied seines US-Trios. Diagonalangreifer Nicholas West setzte zwar auch neben dem Feld sehenswerte Akzente – etwa als er sich mal nahtlos in die Performance der Cheerleaderinnen einreihte – im Angriff fehlte Herrsching aber die Effektivität, um die starken Defensiv-Leistungen in Punkte umzuwandeln. Neben West gehen auch die Angreifer Griffin Shields und Bryan Fraser. “Wir mussten die Durchschlagskraft erhöhen, und das haben wir gemacht”, sagt Team-Manager Fritz Frömming, ohne konkret zu werden. Weniger glücklich ist Frömming mit dem Weggang von Alpar Szabo. Dem Mittelblocker lagen nach seiner starken Saison aber Angebote vor, die die finanziellen Möglichkeiten der Herrschinger weit überstiegen. Auch der Kapitän geht von Bord: Mittelblocker Lukas Bauer beendet nach abgeschlossenem Studium seine Karriere. “Er wollte ganz oder gar nicht”, sagt Frömming.

Alpenvolleys

Nach zwei Bronze-Medaillen soll die deutsch-österreichische Co-Produktion aus Innsbruck und Unterhaching in der kommenden Saison im Finale um die deutsche Meisterschaft stehen. Der Kern des Teams um Zuspieler Danilo Gelinski bleibt zusammen, auch Kapitän Douglas Duarte Souza da Silva entschied sich nach längerem Zögern doch noch für eine Vertragsverlängerung. Neu im Kader ist Jerome Clere aus Giesen, der eigentlich außen angreift, aber auch diagonal spielen kann. Die Alpenvolleys werden deshalb neben Paulo Victor Costa da Silva keinen weiteren Diagonalangreifer verpflichten, sondern sich auf den Außenangriff konzentrieren. Tommi Siirlä ersetzt Blocker Matthew Pollock, der kein neues Vertragsangebot bekam. Außer Reichweite waren selbst für den finanziell gut ausgestatteten Klub dagegen Brachial-Angreifer und Topscorer Kirill Klets und das Außenannahme-Komplettpaket Pawel Halaba, die den Verein verlassen haben.

Frauen: Vilsbiburg

Die finanziellen Möglichkeiten, sagt Trainer Timo Lippuner, erlaubten keine Träumerei von den Plätzen eins bis drei. Dahinter ist das Rennen jedoch offen – und der Schweizer würde dieses Rennen gern gewinnen. Allerdings muss das ohne Channon Thompson klappen. Die Angreiferin war in der vergangenen Saison erst im Winter nachverpflichtet worden, spielte aber so gut, dass ihr der deutsche Meister aus Stuttgart ein Angebot machte, das sie sportlich und finanziell kaum ablehnen konnte. Außerdem verlassen den Verein Leonie Schwertmann, Jennifer Pettke, Maria Dancheva, Annika Kummer, Laura Künzler, Vanessa Agbortabi und Ilka van de Vyver. “Das ist in diesem Sommer wieder ein größerer Wechsel, die Situation ist mit der vor zwei Jahren vergleichbar”, sagt Lippuner. Neues Zentrum des Spiels soll Zuspielerin Lena Möllers werden, die von 2009 bis 2013 schon einmal in Vilsbiburg spielte. Auf der Diagonalposition verspricht Lippuner zudem eine deutliche Verstärkung, nachdem die umgeschulte Mittelblockerin Dancheva nicht zurechtgekommen war. “Dieses Risiko gehen wir nicht noch einmal ein”, sagt er. Für den Außenangriff kommt Jodie Guilliams aus Aachen, den Mittelblock verstärken Josepha Bock vom VC Olympia Berlin und die erfahrene Neira Ortiz aus Puerto Rico.

Straubing

Nach dem Klassenerhalt bereitet Trainer Benedikt Frank den letztjährigen Liga-Neuling auf das “schwerere zweite Jahr” vor – und das entspannter als in der Vorsaison, denn die Kader-Planungen seien bereits so weit gediehen, “dass wir nach dieser Woche so gut wie komplett sein sollten”. Kapitänin und Mittelblockerin Celin Stöhr, die in der vergangenen Saison sogar den Sprung in die Nationalmannschaft schaffte, soll bleiben, laut Frank sind nur noch Details zu klären. Auch Diagonalangreiferin Lena Große Scharmann würde einen neuen Vertrag unterschreiben, sie studiert allerdings in Stuttgart. “Da müssen wir sehen, ob das logistisch machbar und sinnvoll ist”, sagt Frank. Außenangreiferin Lisa Izquierdo hat ihren Vertrag um zwei Jahre verlängert, auch Libera Sophie Dreblow bleibt. Zuspielerin Dana Schmit wechselt in die Schweiz, die Angreiferinnen Frauke Neuhaus und Julia Wenzel verabschieden sich nach Wiesbaden. “Trotzdem finde ich, dass wir für einen Aufsteiger relativ wenig umbauen müssen”, sagt Frank. Hauptkritikpunkt der Vorsaison war der Zuschauerschnitt – um das zu ändern, wünscht er sich neben dem Klassenerhalt “mehr Heimsiege”. Zu schlagen sind zwei.

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