Tick-Borne Encephalitis in Tyrol: Rising Cases and Vaccination Warnings

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FSME-Prävention: Warum Experten zur Impfung raten

In Tirol wurden bisher 23 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet, was nahezu dem Vorjahreswert von 24 Fällen für das gesamte Kalenderjahr entspricht. Angesichts der anhaltenden Zeckenaktivität in den warmen Monaten bis in den Oktober hinein unterstreichen Gesundheitsbehörden die Bedeutung eines vollständigen Impfschutzes, da die Infektion selbst nicht ursächlich behandelbar ist.

Aktuelle Infektionslage und Impfquote

Die Impfrate gegen FSME ist laut Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in den vergangenen Jahren rückläufig. Umfragen deuten darauf hin, dass in Tirol und Vorarlberg bis zu einem Viertel der Bevölkerung keinen ausreichenden Impfschutz aufweist, wobei die Lücke bei jüngeren Menschen besonders ausgeprägt ist. Die Wiener Virologin Judith Aberle gibt an, dass etwa 85 Prozent der erfassten FSME-Infektionen ungeimpfte Personen betreffen, während zwölf Prozent auf Personen entfallen, deren Impfschutz nicht regelmäßig aufgefrischt wurde.

Ganzjährige Gefahr durch Zecken

Entgegen früherer Annahmen beschränkt sich das Risiko von Zeckenstichen nicht auf tiefe Lagen oder die Sommermonate. Zecken sind in Tirol mittlerweile ganzjährig aktiv, selbst in Höhenlagen von bis zu 2.000 Metern. Laut dem Osttiroler Virologen Gernot Walder wurden bereits Infektionen im Bereich der Waldgrenze nachgewiesen. Auch in milden Wintermonaten bleibt das Risiko an sonnigen Südhängen bestehen, da die Spinnentiere dort aktiv bleiben können.

Unterschiede zwischen FSME und Borreliose

Bei der medizinischen Prävention müssen zwei durch Zecken übertragene Krankheiten unterschieden werden:

Unterschiede zwischen FSME und Borreliose
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Hierbei handelt es sich um eine virale Infektion, gegen die eine Impfung mit einem Schutz von bis zu 99 Prozent existiert. Da keine spezifische Therapie gegen das Virus existiert, ist die rechtzeitige Impfung die einzige wirksame Schutzmaßnahme.
  • Borreliose: Diese bakterielle Infektion kann nicht durch eine Impfung verhindert werden. Der Schutz basiert primär auf der schnellen Entfernung der Zecke. Borrelien befinden sich im Darm der Zecke und wandern erst nach einer gewissen Zeit in den menschlichen Körper, wobei ein Zeitfenster von etwa 12 bis 24 Stunden als kritisch gilt.

Richtiges Verhalten nach einem Zeckenstich

Nach einem Zeckenstich sollte das Tier so rasch wie möglich mit einer spitz zulaufenden Pinzette hautnah entfernt werden, ohne den Körper der Zecke zu zerquetschen. Sollte der Impfschutz gegen FSME lückenhaft sein oder nie bestanden haben, wird eine umgehende Impfung empfohlen. Die Einstichstelle sollte in den darauffolgenden Wochen beobachtet werden; rötliche Verfärbungen der Haut können ein Indikator für eine Borreliose-Infektion sein, die in diesem Fall ärztlich behandelt werden muss.

Tick borne illnesses rising with tick populations

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