Warum die MMS nie richtig Fuß fassen konnte

Die Multimedia Messaging Service (MMS) wurde in den frühen 2000er-Jahren als Fortschritt gefeiert: Endlich konnten Nutzer nicht nur Textnachrichten, sondern auch kleine Bilder und Videos per Handy verschicken. Doch von Anfang an kämpfte die Technologie mit grundlegenden Problemen:

  • Hohe Kosten: Während SMS oft in Flatrates enthalten waren, kostete jede MMS zwischen 0,39 und 0,79 Euro – abhängig vom Anbieter und Netz. Diese Gebühren waren in keiner Prepaid- oder Vertragsflatrate enthalten.
  • Technische Limits: Dateianhänge waren auf maximal 300 Kilobyte begrenzt – bei oft schlechter Bildqualität. Vergleicht man das mit heutigen Smartphone-Fotos (mehrere Megabyte), wird das Dilemma klar.
  • Langsame Übertragung: Besonders bei schwachem Netz konnte das Versenden und Empfangen von MMS minutenlang dauern.
  • Keine Verschlüsselung: Im Gegensatz zu modernen Messengern bot die MMS keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Diese Nachteile wurden ab 2010 durch den Siegeszug von Messenger-Diensten wie WhatsApp, Signal und Threema noch verstärkt. Diese boten nicht nur kostenlose Übertragung von Fotos und Videos in besserer Qualität, sondern auch Gruppenchats, Sprachnachrichten und Standortfreigabe – alles mit Internetverbindung.

“Die MMS war ein Relikt aus der Ära, als Mobilfunk noch teuer und Datenvolumen Mangelware war. Mit dem Aufkommen von Smartphones und günstigem Internet wurde sie schlicht überflüssig.”